Ratgeber Haare färben
Ratgeber Haare färben Andresr/shutterstock.com

Ratgeber Haare färben – Neue Haarfarbe

Was muss man beachten? Bevor Sie eine dauerhafte Farbveränderung in Angriff nehmen, machen Sie am besten einen FarbCheck – das gilt ganz besonders für größere Farbsprünge.

Der aktuelle Markt bietet ein riesiges Sortiment an unterschiedlichen auswaschbaren Produkten, die dem Haar einen ganz neuen Touch geben, aber nach spätestens 6 bis 12 Haarwäschen wieder verschwunden sind.

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So lassen sich neue Töne unproblematisch antesten. Besonders unkompliziert in der Anwendung sind luftig-leichte Mikroschaum-Produkte, die beim Einwirken weder vom Kopf kleckern noch die Haut unschön einfärben (von Goldwell, Poly).

Außerdem können Sie über die Einwirkzeit von 10 bis 30 Minuten selbst die Intensität der Farbe beeinflussen. Übrigens: Ob ein Produkt auswaschbar ist, erkennen Sie nicht allein am Vermerk auf der Packung, sondern auch daran, daß nur eine einzige Flasche (der Direktzieher) in der Schachtel steckt!

Haare färben

zu Hause oder beim Friseur?

Jede zweite Frau in Deutschland, die ihr Haar färbt, tut es zu Hause, so eine aktuelle Studie.

Unser Tip: Auswaschbare Tönungen sind kinderleicht und gefahrenlos zu handhaben und deshalb ideal für den Heimgebrauch.

Toll: Wer sich in der Farbwahl vertan hat, muß nicht lange leiden – nach einigen Wäschen ist der Fehler aus der Welt. Möchten Sie Ihre Haare dauerhaft verändern, lassen Sie sich lieber von einer Freundin helfen, oder, noch besser, gehen Sie zum Friseur.

Direkt Tönung

was ist das ?

Eine Direkt-Tönung ist eine auswaschbare Farbveränderung an der Haaroberfläche und enthält weder Ammoniak noch Oxidationsmittel.

Das heißt, die fertigen Farbmoleküle werden an die Schuppenschicht des Haares angelagert und binnen 6 bis 8 Wäschen wieder weggewaschen. Das Nachtönen des Haaransatzes fällt somit auch flach.

Intensiv Tönung

wie lange hält sie?

Im Gegensatz zur Direkt-Tönung werden bei der Intensiv-Tönung statt fertiger Farbmoleküle sogenannte Farbvorstufen eingesetzt, die sich in großer Anzahl in die Haaroberschicht einklinken. Erst der Einsatz einer geringen Menge Oxidationsmittel forciert die Pigmententwicklung. Nach ca. fünf Wochen ist der Farbzauber vorbei. Intensiv Tönungen haben keine aufhellende Wirkung und decken 50 Prozent Grauanteile im Haar ab.

Coloration

was passiert mit dem Haar?

Um das Haar dauerhaft zu färben, brauchen Sie in jedem Fall eine Intensiv-Coloration. Diese Produkttypen enthalten Ammoniak und werden vor dem Auftragen mit Wasserstoffperoxid zusammengemischt.

Das Ammoniak öffnet die Schuppenschicht und kann so mit dem Wasserstoffperoxid ins Haarinnere eindringen und mit einem Teil der Naturpigmente reagieren. Effekt-. Das Haar wird heller. Jetzt übernehmen die farblosen Farbstoffvorprodukte der Colorationscreme die Arbeit. Sie entwickeln sich durch das Oxidationsmittel zu größeren Farbmolekülen, verankern sich tief im Haarinneren und ersetzen oder ergänzen dort das Naturpigment. Ergebnis: eine dauerhafte Färbung.

Von Natur aus blonde, rote oder braune Haare

wie kommt es?

Melanokeratid und Rhodokeratid heißen die zwei für unsere natürliche Haarfarbe ausschlaggebenden Pigmente.

Es gilt: Je dunkler das Haar, desto mehr hat es auch davon. Helles Haar dagegen enthält nur ganz wenig Pigmente. Übrigens sind 32 Prozent der Frauen bei uns hell- bis mittelblond, 30 Prozent dunkelblond, 27 Prozent braunhaarig, 9 Prozent schwarz und nur 2 Prozent echte Rothaarige.

Allergien

wie groß ist die Gefahr beim Haare färben?

Lange Versuchsreihen sind nötig, bevor ein Haarfärbe-Produkt in die Hände von Friseur oder Kundin gerät. Dazu gehören auch verschiedenste dermatologische Untersuchungen. Trotzdem ist die Möglichkeit einer allergischen Hautreaktion nie ganz auszuschließen. Empfindliche sollten deshalb das Produkt vor der ersten Anwendung lieber eigenhändig testen: Geben Sie einen großzügigen Klecks direkt auf die Haut, am besten in die Armbeuge, und waschen Sie ihn erst nach rund 20 Minuten wieder runter. Zeigen sich an dieser Stelle juckende Rötungen, sollten Sie auf jeden Fall zu einem anderen Produkt greifen.

Pflanzenfarben

welche Vorteile und Nachteile haben sie?

Es kommt darauf an, was Sie erreichen möchten. Bis vor rund 100 Jahren war es noch gang und gäbe, sich das Haar mit einer Naturfarbe zu tönen. So brauten beispielsweise die Frauen im alten Griechenland sich einen Sud aus schwarzen Teeblättern oder hellen Kamillenblüten –  die Farbspülung der Antike. Ob Sandel- oder Blauholz, Kamille oder Henna – auch heute entscheiden sich immer mehr Frauen für ein Produkt aus natürlichen, getrockneten und mikrofein gemahlenen Bestandteilen. »Pflanzenfarben Ton in Ton, besonders bei Garconschnitten, sind zur Zeit der Renner!« so der Hamburger Top-Friseur Jacques Le Coz. Pluspunkte: Pflanzenfarben sind besonders sanft zum Haar, deshalb auch für empfindliches und strukturgeschädigtes Haar geeignet und geben ihm dank adstringierender (zusammenziehender) Substanzen einen wunderbar gesunden Glanz. Die Wirkweise ist eine additive: Je öfter Sie die Pflanzentönung auftragen, desto intensiver wird das Ergebnis. Nachteile: Es gibt nur eine farbliche Veränderung um maximal drei Nuancen. Auch die Anwendung ist nicht ohne: Erst muß das Farbpulver mit heißem Wasser angerührt werden, um die Farbmoleküle zu aktivieren. Von diesem zähen Brei tragen Sie dann eine dicke Schicht aufs Haar auf, decken alles mit einer Wärmehaube ab und lassen das Ganze circa 45 Minuten lang einwirken – für Ungeübte unter Umständen eine ziemliche Kleckerei.

Henna

was ist das eigentlich?

Diese seit Urzeiten bekannte natürliche Haarfarbe wird aus den im Herbst geernteten Blättern des Alhina-Strauches gewonnen. Charakteristisch für Henna: die leuchtende Rotfärbung. Verantwortlich dafür ist der Farbstoff Naphthochinon. Henna hat zudem einen stark pflegenden Effekt. Es enthält den adstringierenden Gerbstoff Tannin, der die Haaroberfläche schön glatt und geschmeidig macht und sich gleichzeitig wie ein schützender Film ums einzelne Haar legt – es wird dadurch widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse wie heiße Fönluft. Hennapulver gibt’s zum Selbstanrühren in Apotheken, Reformhäusern oder Drogerien.

Blondieren

macht das die Haare kaputt?

Blondinen bevorzugt – rund 40 Prozent der deutschen Frauen wünschen sich eine hellere Haarfarbe, so eine Umfrage in den alten Bundesländern. Ein Traum, der sich verwirklichen läßt. Dennoch, das Haar muß ordentlich leiden. Blondierungen setzen sich grundsätzlich aus zwei Teilen zusammen: einem Oxidations- (Wasserstoffperoxid) und einem Blondiermittel (Alkalisierungs-, Verdickungsmittel und Pflegestoffe).

Chemisch gesehen, läuft bei der Behandlung folgendes ab: Beide Präparate werden vermischt. Dabei entsteht eine alkalische Reaktion – das Haar quillt, die interzellularen Zwischenräume öffnen sich, das Blondiermittel kann eindringen. Der vom Oxidationsmittel abgespaltene Sauerstoff oxidiert die im Haar angelagerten Pigmente – das heißt, sie verlieren Farbe.

Zum Schluß kommt die neutralisierende Nachbehandlung in Form einer sauren Spülung oder Kur. Graubraunen Pigmenten kann man leichter die Farbe entziehen als gelbroten –je nach Haarfarbe und -dicke muß der Blondierungsprozeß also wiederholt werden. Entwarnung: Seit neuestem werden Blondiermittel ohne Ammoniak und mit reduziertem Oxidationsmittelanteil angeboten. Fazit: Wer seine Haare blondiert, sollte sie mindestens einmal die Woche zur Kur schicken!

Strähnchen

Techniken – welche gibt es?

Die Zeiten der Kappen-Technik, bei der dünne Haarpartien mittels einer Nadel durch eine Kunststoffhaube gezogen und so isoliert werden, sind längst vorbei. Der Grund: ungleichmäßige Ergebnisse. »Schwer im Kommen«, so der Trend-Friseur Jürgen Tröndle aus Frankfurt, »sind alle Folientechniken und solche, bei denen die Strähnen auf Watte gebettet werden.« Der Hamburger Salon-Besitzer Jacques Le Coz dagegen hat eine neue raffinierte Methode namens Duo Meche entwickelt: »Unabhängig von der Frisur wird im ersten Arbeitsgang das Deckhaar ganz normal fein durchgesträhnt. Dann wird ein super akkurater Mittelscheitel gezogen und das Haar erneut mit einer oder mehreren Farben gesträhnt. Der Clou ist, daß die Kundin in Zukunft ihren Scheitel tragen kann, wie und wo sie möchte. Die farbliche Betonung der Deckhaare und Spitzen wird immer wieder anders sein.«

Scheckiges Haar

wie passiert das?

Ist der Haaransatz kräftig und gesund, sind die Spitzen dagegen trocken und gespalten, kann das Farbergebnis ungleichmäßig ausfallen. Warum, ist schnell erklärt: Die angegriffenen Partien saugen die Farbpigmente wesentlich schneller und stärker auf als die gesunden –die Längen fallen somit meist dunkler bzw. kräftiger im Ton aus. Wer sein frisch dauergewelltes Haar also colorieren möchte, sollte sich besser zwei Wochen gedulden und es in der Zwischenzeit sorgfältig mit Spülungen und Kuren pflegen. Je glatter die Schuppenschicht der Haare desto geringer ist auch das Risiko einer Farbverschiebung.

Produktreste

kann man sie noch verwenden?

Kommt drauf an. Bereits angerührte Reste von Oxidationsfarben sollten Sie besser entsorgen. Die Wirkung dieser Produktform beginnt beim Anmischen und hält nicht sehr lange an. Tip für alle Kurzhaarigen, die meist mit der halben Produktmenge auskommen: Überschüsse einer Direkt-Tönung können Sie, wenn Sie sie wieder luftdicht verschließen, beim nächstenmal weiterverwenden.

Gefärbtes Haar

muss ich es anders pflegen?

Allerdings. Denn gefärbtes Haar ist durch die einmal aufgebrochene Schuppenschicht wesentlich empfindlicher und angreifbarer als chemisch unbehandeltes Haar. Besorgen Sie sich ein Spezial-Shampoo mit ausgeklügeltem Wirkkomplex. Tsubaki-Öl, ein Auszug der Kamelie, beispielsweise hilft, die Farbpigmente länger im Haar zu halten, Holunderblütenöl dagegen verleiht blondiertem oder gesträhntem Haar eine intensive Leuchtkraft und neutralisiert einen unschönen Gelbstich. Apfelessig sorgt für seidigen Glanz. Sinnvoll: integrierte UV-Schutzfilter, die vor schädlichen Sonnenstrahlen schützen und so das Poröswerden und Ausbleichen des Haares verhindern. Nach jeder Wäsche sollten Sie Ihr Haar mit einem Pflegebalsam und einmal die Woche mit einer Intensiv-Creme-Kur verwöhnen. Bei feinem Haar die Kur lieber vor der Wäsche im trockenen Haar anwenden, dann erst shampoonieren.

Färben zu Hause

gibt Tricks, die es leichter machen?

Die Haut am Haaransatz und den Ohren vor der Behandlung dick eincremen, damit nichts abfärbt. Machen Sie auf keinen Fall vorher eine Kur oder Spülung – ist die Schuppenschicht dicht geschlossen, finden die Farbmoleküle schlechter Halt. Nicht vergessen: Oxidationsfarben immer aufs trockene, Tönungen aufs feuchte Haar geben.

Haaransatz

wie oft muß ich nachfärben?

Damit es nicht unschön aussieht, sollten Sie den Ansatz von coloriertem Haar regelmäßig einmal im Monat nachfärben. Bis dahin sind rund ein bis eineinhalb Zentimeter nachgewachsen. Lassen Sie es am besten vom Profi machen. Er kann die Partien isolieren, die nicht mitgefärbt werden sollen – eine Schutzmaßnahme, um das restliche Haar nicht unnötig zu strapazieren.

Strähnen und Dauerwelle

in welcher Reihenfolge?

Sie müssen Ihrem Haar zwischen beiden Behandlungen eine vierzehntägige Pause gönnen. Was die Reihenfolge angeht: Lassen Sie erst die Dauerwelle und dann die Strähnchen machen, damit das Weltergebnis nicht ungleichmäßig und die Farbe nicht verändert wird.

Dunkles Haar heller

ein Problem?

Nein. Mit einem Aufhellerspray geht das dezent, aber wirksam. Einfach aufs gewaschene, handtuchtrockene Haar aufsprühen. Wer sein Haar mit dem Fön oder in der Sonne trocknen läßt, kann den Effekt noch verstärken. Wer mehr will, greift zu einem speziellen Shampoo oder einer Hufhell-Creme — zwei Produkte, die dunkelblondes Haar um ein bis zwei bzw. zwei bis vier Nuancen aufhellen. Ganz krasse Veränderungen (bis zu sechs Farbstufen) erzielen Sie allerdings nur mit einer richtigen Blondierung.

Den Naturton auffrischen

geht das?

Perfekt dafür geeignet sind sogenannte Farb-Reflex-Produkte in Schaumform. Der Balsam wird nach der Wäsche im handtuchtrockenen Haar verteilt und muß

drei bis fünf Minuten einwirken. Ergebnis: leuchtende Reflexe im Haar (in mehreren Nuancen).

Die neue Haarfarbe ist grünstickig

wieso bloß?

Kommt blondiertes Haar mit Kupferionen in Kontakt, kann es einen Grünstich ergeben bzw. aschig schimmern. »Das passiert, wenn das zum Waschen verwendete Wasser durch Kupferleitungen fließt oder in Schwimmbädern, in denen Kupfersulfid als Algizid verwendet wird!« bemerkt Dieter Schrader, Haarfarben-Experte bei Henkel.»Es bildet sich ein blauer Kupfer-Protein-Komplex, der mit dem meist etwas gelblichen, blondierten Haar die Mischfarbe Grün ergibt.« Wer vom Kunst-Blond die Nase voll hat und zurück zu seiner Naturfarbe möchte, riskiert auch das ungewollte Grün. Um dem vorzubeugen, kann man dem Naturton einen kleinen Anteil einer Rotnuance (2 bis 3 cm aus der Tube) beimischen.

Haare verfärbt

was hilft?

Haben Sie eine Oxidationsfarbe benutzt, funktioniert’s nur auf die harte Tour: durch Entfärben. Machbar ist das lediglich mittels einer Blondierung. Der Aufhellprozeß muß hierbei genauestens kontrolliert werden. Anschließend wird das Haar im Wunschton (immer eine Nuance heller wählen) übergefärbt — muten Sie diese Strapazen Ihrem Haar lieber nicht allzu häufig zu!

Graues Haar

woher kommt es und was kann ich tun?

Die natürliche Pigmentbildung im Haar nimmt zuerst in der Wurzel ab – ein Prozeß, der genetisch festgelegt ist. Und nicht immer beginnt die Ergrauung im hohen Alter: bereits 10 Prozent der 20- bis 29 jährigen und 30 Prozent der 30- bis 39 jährigen haben graues Haar. Unser Tip: Um wirklich 100 Prozent der Grauanteile im Haar abzudecken, sollten Sie zu einer Intensiv Coloration greifen.

Ergänzung zum Thema Haare färben, tönen blondieren

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